Der Ginkgo ist ein laubabwerfender Baum mit fächerförmigen Blättern und einem in der Jugend meist säulenförmigen, später breiteren Wuchs. Diese Baumart ist in China heimisch und wird als lebendes Fossil betrachtet, das es bereits seit 270 Millionen Jahren gibt.

Junge Bäume haben eine hellgraue Rinde, die im Alter dunkelgrau und gefurcht wird. Einige alte Bäume bringen sogenannte „Chichi“ hervor, hängende Schwellungen, die an Stalaktiten erinnern. Die größten und ältesten Ginkgobäume findet man in China, einige von ihnen sind mehr als 40 m hoch und schätzungsweise 4.000 Jahre alt. Der Ginkgo ist zweihäusig, was bedeutet, dass es männliche und weibliche Bäume gibt. Die reifen Früchte der weiblichen Ginkgos haben einen unangenehmen Geruch. Da Ginkgo-Bonsai kaum einmal Früchte produzieren, ist dies jedoch weniger bedeutsam. Die Samen sind essbar und beliebt in Ost-Asien. Die Blätter des Ginkgo färben sich im Herbst leuchtend gelb, bevor sie abfallen. Ginkgos sind sehr widerstandsfähig, sie können auf verschiedensten Böden und an unterschiedlichen Standorten wachsen und trotzen auch der Luftverschmutzung. Wegen dieser Eigenschaften werden sie oft entlang viel befahrener Straßen in Großstädten gepflanzt. Sechs berühmte Ginkgos haben sogar 1945 die Atombombe in Hiroshima überlebt, nur 2 km vom Zentrum der Explosion entfernt. Extrakte aus Ginkgosamen und -blättern werden für medizinische Zwecke genutzt, sie sollen zum Beispiel gegen Demenz, Alzheimerkrankheit, Angstgefühle und Depressionen helfen.

Wenn Sie Hilfe bei der Bestimmung Ihres Baums benötigen, probieren Sie es mit unserem Baumbestimmungsartikel.

 

 

Bonsai-Pflegeanleitung für den Ginkgo

Standort: Der Ginkgo sollte ganzjährig im Freien stehen. Er bevorzugt generell einen sonnigen Platz, aber junge Bäume sollten besser halbschattig aufgestellt werden. Der Ginkgo verträgt Frost, aber wenn er in eine Bonsai-Schale gepflanzt ist, sollte der Wurzelballen vor sehr niedrigen Temperaturen geschützt werden. Im Frühling treiben die neuen Blätter recht spät aus und in den meisten Fällen gibt es danach keine Nachtfröste mehr. Aber wenn der Wetterbericht die Möglichkeit von Nachtfrösten ankündigt, sollten bereits ausgetriebene Ginkgo-Bonsai besser geschützt aufgestellt werden, um schwere Schäden zu vermeiden.

Gießen: Ginkgos brauchen vom Frühling bis zum Herbst recht viel Wasser, aber sie mögen keine Staunässe. Im Winter sollten sie leicht feucht gehalten werden. Kalkhaltiges Gießwasser macht dem Ginkgo Bonsai in der Regel nichts aus.

Düngen: Beginnen Sie mit dem Düngen, wenn die Knospen erste Anstalten machen, sich zu öffnen. Verwenden Sie im Frühling einen stickstoffbetonten Dünger, um den Baum dazu zu veranlassen, Langtriebe zu produzieren. Andernfalls neigen besonders ältere Ginkgos dazu, nur Blätter an Kurztrieben hervorzubringen, womit sich die Verzweigung nicht weiterentwickelt. Benutzen Sie wöchentlich einen Flüssigdünger, bis die Blätter im Herbst gelb werden. Fester organischer Dünger kann ebenfalls verwendet werden. Wenn die Vitalität der Pflanze gestärkt werden muss, kann man beides geben.

Beschneiden und Drahten: Neue Langtriebe sollten auf ein bis zwei Blätter zurückgeschnitten werden, wenn sich fünf oder sechs entwickelt haben. Größere Schnittstellen wachsen nicht gut zu. Verwenden Sie Wundpaste und, wenn möglich, vermeiden Sie es, große Schnittstellen zu verursachen. Ginkgos können zu jeder Jahreszeit gedrahtet werden. Die Äste sind recht flexibel. Achten Sie darauf, mit dem Draht nicht die weiche Rinde der Äste und Zweige zu beschädigen.

Umtopfen: Jüngere Bäume können jährlich im Frühling umgetopft werden, ältere alle zwei bis fünf Jahre. Die Wurzeln sollten nicht zu stark beschnitten werden. Eine Standardsubstratmischung ist gut geeignet, aber sie muss gut durchlässig sein. Der Ginkgo toleriert eine große Bandbreite von sauren bis basischen Böden, der pH-Wert kann sogar bis 10 betragen.

Vermehrung: Der Ginkgo kann aus Samen oder Stecklingen vermehrt werden. Abmoosen ist ebenfalls möglich. Die Samen haben eine harte Schale und sollten vor dem Aussäen stratifiziert oder angeritzt bzw. aufgeraut werden. Es kann zwei Jahre dauern, bis sie keimen.

Schädlinge und Krankheiten: Der Ginkgo ist sehr widerstandsfähig und wird kaum jemals von Insekten oder Pilzkrankheiten befallen.

Um detailliertere Informationen zu diesen Techniken zu erhalten, lesen Sie unseren Abschnitt zur Bonsaipflege.

Ginkgo Bonsai, Fächerblattbaum (Ginkgo biloba)

Ginkgo Bonsai