Fichten sind immergrüne Koniferen, die in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet sind. Sie können als reife Bäume bis zu 60 m hoch werden und haben eine typische konische Form. Die Äste wachsen quirlständig.

Ihre nadelförmigen Blätter sind meist vierkantig und sitzen einzeln an den Zweigen. Sie bleiben 4 bis 10 Jahre am Baum. Die Zapfen hängen nach unten. Die Äste neigen sich am Ansatz abwärts, aber ihre Spitzen zeigen wieder leicht nach oben. Fichten sind nicht einfach als Bonsai zu gestalten, weil sie nur wenig Rückknospung machen und gedrahtete Äste dazu neigen, nach dem Entfernen des Drahts immer wieder in ihre alte Position zurückzukehren. Es gibt dennoch wunderbare Exemplare von Fichten-Bonsai, insbesondere der japanischen Ajan-Fichte (Picea jezoensis) und Sachalin-Fichte (Picea glehnii), sowie der europäischen Rot-Fichte (Picea abies). Die nordamerikanische Engelmann-Fichte (Picea engelmannii) und die Schwarz-Fichte (Picea mariana) aus Kanada sind weitere gut geeignete Arten, neben vielen interessanten Zwergsorten, die in Gärtnereien angeboten werden. Die Zuckerhutfichte (Picea glauca 'Conica') wird von Anfängern häufig probiert, aber sie wird kaum je zu einem guten Bonsai.

Wenn Sie Hilfe bei der Bestimmung Ihres Baums benötigen, probieren Sie es mit unserem Baumbestimmungsartikel.

 

Bonsai-Pflegeanleitung für die Fichte (Picea Bonsai)

Standort: Die Fichte benötigt einen Platz mit voller Sonne während der Wachstumssaison. Im Winter sollte sie im Halbschatten aufgestellt werden. Schutz vor lang anhaltenden starken Frösten ist empfehlenswert, wenn der Baum in einer Bonsaischale steht, da gefrorene Wurzeln kein Wasser nachliefern können, während das immergrüne Laub weiterhin Wasser verdunstet und im Extremfall vertrocknen kann.

Gießen: Die Fichte muss gegossen werden, sobald das Substrat trocken ist, darf jedoch nicht überwässert werden. Im Winter benötigt sie weniger Wasser, aber man darf den Wurzelballen nicht komplett austrocknen lassen.

Düngen: Legen Sie während der Wachstumssaison alle vier Wochen festen organischen Dünger auf oder geben Sie wöchentlich einen Flüssigdünger. Fichten profitieren auch von Blattdüngungen, durch die sie eine schöne dunkelgrüne Laubfarbe erhalten. Man kann dafür einen guten Flüssigdünger mit Chelaten und Eisen in der angegebenen Dosierung verwenden und über das Laub sprühen.

Beschneiden und Drahten: Wegen des quirlförmigen Wachstums entstehen immer mehrere Äste auf gleicher Stammhöhe. Besonders in der unteren Hälfte des Bonsai sollte man nur je einen Ast pro Quirl belassen. Neue Triebe können im Frühling pinziert werden, wenn sie noch weich sind. Wenn lange Äste gekürzt werden müssen, schneidet man sie bis zu kleineren Zweigen in Stammnähe zurück. Denken Sie daran, dass die Fichte nicht aus altem Holz austreibt, weswegen an Ästen, die erhalten bleiben sollen, immer Laub und Knospen erhalten bleiben müssen.
Die Fichte hat sehr elastische Äste. Sie können leicht gebogen werden, ohne zu brechen oder zu knacken. In ihrem natürlichen Lebensraum fallen große Schneelasten auf die Fichten und biegen ihre Äste nach unten. Wenn der Schnee abrutscht oder taut, richten die Äste sich wieder auf. Für die Bonsai-Gestaltung bedeutet dies, dass dünnere Äste und Zweige in jede gewünschte Richtung gebogen und verdreht werden können, aber häufig etliche Jahre brauchen, bis sie ihre neue Form und Position halten. In den meisten Fällen ist mehrfach wiederholtes Drahten nötig. Fichten sollten nicht im Hochsommer gedrahtet werden, weil zu dieser Zeit die gedrahteten Zweige zum Absterben neigen. Man drahtet sie besser im Spätsommer oder im zeitigen Frühling.

Umtopfen: Die Fichte sollte alle zwei bis vier Jahre umgetopft werden, sehr alte Bäume eher seltener. Die Wurzeln dürfen nur mäßig beschnitten werden und besonders alte Bäume vertragen es schlecht, wenn man ihnen große Wurzeln abschneidet. Für Fichten ist eine gut durchlässige Substratmischung mit strukturstabilen Partikeln wichtig. An den pH-Wert von Substrat und Wasser stellen sie jedoch keine besonderen Ansprüche.

Vermehrung: Die Fichte kann aus Samen und Stecklingen vermehrt werden. Stecklinge können im Spätsommer genommen werden.

Schädlinge und Krankheiten: Sitkafichtenlaus, Fichtenspinnmilben, Fichtengallenlaus, Fichtennadelminierer, Fichtenknospenwurm, verschiedene Raupen und diverse Pilzkrankheiten wie Fichtennadelrost oder Fichtennadelschütte können die Fichte schädigen. Verwenden Sie in solchen Fällen ein spezifisches Pflanzenschutzmittel oder bitten Sie in schwierigen Fällen einen professionellen Gärtner um Hilfe.

Um detailliertere Informationen zu diesen Techniken zu erhalten, lesen Sie unseren Abschnitt zur Bonsaipflege.

 

 

Beispiel eines Fichten-Bonsai

Fichte Bonsai (Picea)