Kiefern sind besonders beliebt als Bonsai und viele Leute betrachten sie sogar als die typischsten Bonsai. Kiefern sind immergrüne Koniferen, deren Holz Harz enthält und deren Laub in Bündeln von zwei bis fünf Nadeln wächst. Die Rinde älterer Kiefern wird in Schuppen oder Platten rissig.

Kiefern wachsen in der Natur in vielen verschiedenen Formen und können daher auch in praktisch jeder bekannten Bonsai-Form gestaltet werden.
Um jede Kiefernart ihren Eigenschaften entsprechend behandeln zu können ist es notwendig zu wissen, ob sie nur einen oder zwei Austriebe pro Wachstumssaison hervorbringt. Kiefern mit zwei Austrieben können im Frühsommer durch einen vollständigen Kerzenschnitt zu einem zweiten Austrieb mit kleineren Kerzen und kürzeren Nadeln angeregt werden. Bei Kiefernarten mit nur einem Austrieb darf kein solcher Kerzenschnitt vorgenommen werden, da ihnen dies schaden würde, aber ihre Kerzen können selektiert und gekürzt werden.

 

 

Die Bestimmung Ihrer Kiefernart

Die beiden bekannten Kiefernarten, die zwei Austriebe pro Jahr hervorbringen können, kommen beide aus Japan und wachsen in Küstennähe. Stürme reißen häufig im Juni ihre neuen Kerzen ab und die Bäume sind daran gut angepasst, indem sie hinterher einen zweiten Austrieb produzieren. Die Japanische Schwarzkiefer ist ein kräftiger Baum mit langen, dunkelgrünen, festen Nadeln, die in Zweierbündeln stehen. Sie wächst normalerweise relativ nahe am Meer. Die Japanische Rotkiefer ist zarter und schlanker, hat dünnere, ebenfalls paarweise stehende Nadeln und ähnelt der Europäischen Waldkiefer. Sie wächst etwas landeinwärts vom Meer und in etwas größerer Höhe.

Kiefernarten, die nur einen Austrieb machen, kommen aus den Bergen oder sind jedenfalls an harte Bedingungen und kurze Wachstumsperioden angepasst. Die Mädchenkiefer ist ein Gebirgsbaum aus Japan mit weichen Nadeln, die jeweils zu fünft in einem Bündel stehen. Die Waldkiefer wächst überall in Europa und sogar in Sibirien. Sie hat dünne, paarweise stehende Nadeln, die leicht verdreht sein können, und ihre Rinde im oberen Teil des Stamms ist oft rötlich. Die Europäische Schwarzkiefer ist von Südeuropa bis Kleinasien, in Nordafrika und Österreich heimisch. Sie ist ein hoher Baum mit langen, kräftigen Nadeln, die paarweise stehen. Die Rinde alter Schwarzkiefern ist bräunlich grau und reißt plattenförmig auf, mit dunklen Rissen dazwischen. Die Bergkiefer ist in den Bergen Europas heimisch und wächst häufig niedrig strauchförmig auf felsigem Untergrund nahe der Baumgrenze. Sie hat kurze, kräftige, paarweise stehende Nadeln und eine dunkelbraune Rinde. Ihr Holz ist sehr faserig und harzhaltig.

Kiefernarten mit zwei Austrieben: Japanische Schwarzkiefer (Pinus thunbergii) und Japanische Rotkiefer (Pinus densiflora Kiefer).

Kiefernarten mit einem Austrieb: Mädchenkiefer (Pinus parviflora), Waldkiefer (Pinus sylvestris), Europäische Schwarzkiefer, Ponderosa Pine (Pinus ponderosa) und Bergkiefer (Pinus mugo).

Wenn Sie Hilfe bei der Bestimmung Ihres Baums benötigen, probieren Sie es mit unserem Baumbestimmungsartikel.

 

Pflegeanleitung für Kiefernarten mit ZWEI AUSTRIEBEN

Allgemein: Es ist wichtig zu wissen, wo unsere Kiefernarten in der Natur leben und welche Eigenschaften sie haben, um zu verstehen, wie man sie als Bonsai richtig behandelt. Beide Arten können ihren ersten Austrieb und einen Teil ihres Laubs durch Stürme verlieren, die in Japan häufig im frühen oder mittleren Sommer auftreten. Danach können sie relativ schnell einen zweiten Austrieb hervorbringen, der bis zum Herbst ausreift. Dieser Vorfall kann vom Bonsai-Gestalter nachgeahmt werden, um kürzere Nadeln an kompakteren Trieben und zusätzliche Verzweigung zu erzielen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Wachstumssaison lang genug ist, damit sich der zweite Austrieb voll entwickeln kann.

Standort: Kiefern sollten einen Standort in der vollen Sonne bekommen. Dies hilft dem ersten und zweiten Austrieb dabei, sich gut zu entwickeln und trägt zur Verkürzung der Nadeln bei (die Nadeln werden länger, wenn der Baum zu wenig Sonnenlicht bekommt). Kiefern sind sehr frosthart, aber müssen dennoch im Winter geschützt werden, wenn sie in Schalen gepflanzt sind.

Gießen: Achten Sie sorgfältig darauf, nicht zu viel zu gießen, da Bonsai-Kiefern ständige Nässe nicht mögen. Eine guter Wasserablauf ist notwendig. Die Bäume sollten vor übermäßigem Regen geschützt werden während sich der zweite Austrieb entwickelt, weil viel Wasser die Nadeln unnötig lang werden lässt.

Düngen: Schwache Bäume können ganzjährig gedüngt werden, solange die Temperaturen nicht zu niedrig werden. Gesunde Bäume sollten vom zeitigen Frühjahr (März) bis in den Frühsommer gedüngt werden, bis die Kerzen geschnitten werden. Fester organischer Dünger sollte wenigstens dreimal im Abstand von vier Wochen aufgelegt worden sein, ehe der Kerzenschnitt erfolgt. Dann wird das Düngen eingestellt, bis der zweite Austrieb ausgehärtet ist. Dann wird vom Herbstbeginn bis in den Spätherbst wieder gedüngt.

Schneiden: An gesunden Bäumen werden im frühen bis mittleren Sommer die Kerzen abgeschnitten, wobei nur ein kleiner Stumpf von etwa 5 mm Länge mit wenigen Nadelpaaren belassen wird. Die Spitzen von schlafenden Knospen werden abgeschnitten, um ihr Wachstum zu aktivieren. Im Herbst, nachdem der zweite Austrieb ausgereift ist, werden überflüssige Triebe entfernt. Wo mehr als zwei Triebe am selben Punkt entspringen werden die zwei ausgewählt, die waagerecht wachsen, in die gewünschte Richtung zeigen, eine v-förmige Verzweigung bilden und etwa gleichstark sind. Die anderen werden entfernt. In starken Bereichen des Baums werden überzählige alten Nadeln ausgezupft, um die Wuchskraft des Baums auszugleichen.

Drahten: Die Kiefern mit zwei Austrieben werden vom frühen Herbst bis zum zeitigen Frühjahr gedrahtet, oder direkt nach dem Kerzenschnitt im Frühsommer.

Umtopfen: Das Umtopfen erfolgt am besten im Frühling, wenn die Knospen anschwellen.

Vermehrung: Kiefern können aus Samen oder durch Veredelung vermehrt werden. Manche können auch abgemoost werden.

Schädlinge und Krankheiten: Kiefern können unter Blattläusen, Spinnmilben, Schildläusen oder Raupen leiden. Manchmal werden sie auch von Pilzkrankheiten und Wurzelfäule befallen. Spezifische Pflanzenschutzmittel müssen in solchen Fällen angewendet werden und es ist in dieser Situation empfehlenswert, einen Experten um Hilfe zu bitten, weil Kiefern sehr schnell absterben können, ab dem Moment, in dem das erste Anzeichen einer Krankheit sichtbar wird. Wenn Kiefern einen sonnigen Standort haben und gut gepflegt werden, sind sie jedoch normalerweise sehr gesund.

Um detailliertere Informationen zu diesen Techniken zu erhalten, lesen Sie unseren Abschnitt zur Bonsaipflege.

 

Pflegeanleitung für Kiefernarten mit EINEM AUSTRIEB

Allgemein: Anders als die oben besprochenen Kiefernarten können die meisten anderen Kiefern nur einen Austrieb pro Jahr hervorbringen. Es wäre unter Umständen fatal, all ihre Kerzen zu entfernen, daher müssen sie anders behandelt werden.

Standort: Kiefern sollten einen Standort in der vollen Sonne bekommen. Dies fördert gesundes Wachstum und trägt zur Verkürzung der Nadeln bei (Nadeln werden länger, wenn der Baum zu wenig Sonnenlicht bekommt). Kiefern sind sehr frosthart, aber müssen dennoch im Winter geschützt werden, wenn sie in Schalen gepflanzt sind.

Gießen: Achten Sie sorgfältig darauf, nicht zu viel zu gießen, da Bonsai-Kiefern ständige Nässe nicht mögen. Eine guter Wasserablauf ist notwendig. Die Bäume sollten vor übermäßigem Regen geschützt werden während sich der Austrieb entwickelt, weil viel Wasser die Nadeln unnötig lang werden lässt.

Düngen: Schwache Bäume können ganzjährig gedüngt werden, solange die Temperaturen nicht zu niedrig werden. Gesunde Bäume sollten vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst gedüngt werden.

Schneiden: Wenn die Kerzen sich im späten Frühling bis Frühsommer gestreckt haben, sollten sie auf eine angemessene und gleiche Länge gekürzt werden. Wenn mehr als zwei Kerzen am selben Punkt entspringen, kann man bereits die überflüssigen abschneiden oder ausbrechen. Im Herbst kann man überzählige Triebe entfernen, wenn man dies nicht bereits im Frühling getan hat. Wenn mehr als zwei an derselben Stelle entspringen, wählt man die beiden aus, die waagerecht wachsen, in die gewünschte Richtung zeigen, eine v-förmige Verzweigung bilden und etwa gleich stark sind. Die anderen werden entfernt. In starken Bereichen des Baums werden überzählige alten Nadeln ausgezupft, um die Wuchskraft des Baums auszugleichen.

Drahten: Die Kiefern mit nur einem Austrieb werden vom frühen Herbst bis zum zeitigen Frühjahr gedrahtet, oder nach dem Kürzen der Kerzen im Sommer.

Umtopfen: Das Umtopfen erfolgt am besten im Frühling, wenn die Knospen anschwellen. Man kann diese Gruppe von Kiefern auch im Spätsommer oder frühen Herbst umtopfen, wenn die Temperaturen nicht mehr so hoch sind, aber noch genügend Zeit ist, damit die Bäume bis zum Winter ihre feinen Wurzeln wieder ausbilden können.

Vermehrung: Kiefern können aus Samen oder durch Veredelungen vermehrt werden. Manche können abgemoost und einige auch aus Stecklingen gezogen werden (die Zuisho-Mädchenkiefer zum Beispiel).

Schädlinge und Krankheiten: Kiefern können unter Blattläusen, Spinnmilben, Schildläusen oder Raupen leiden. Manchmal werden sie auch von Pilzkrankheiten und Wurzelfäule befallen. Spezifische Pflanzenschutzmittel müssen in solchen Fällen angewendet werden und es ist in dieser Situation empfehlenswert, einen Experten um Hilfe zu bitten, weil Kiefern sehr schnell absterben können, ab dem Moment, in dem das erste Anzeichen einer Krankheit sichtbar wird. Wenn Kiefern einen sonnigen Standort haben und gut gepflegt werden, sind sie jedoch normalerweise sehr gesund.

Um detailliertere Informationen zu diesen Techniken zu erhalten, lesen Sie unseren Abschnitt zur Bonsaipflege.

 

 

Bonsai-Kiefernarten (Pinus Kiefer)

Bonsai-Kiefernarten (Pinus)